Die Wohnbebauung der nördlich der Mannheimer Innenstadt liegenden Neckarstadt entstand ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Im Westteil wurde 1884 die Lutherkirche für die evangelischen Einwohner erbaut, die aufgrund des rasanten Bevölkerungswachstums bereits nach zwanzig Jahren durch einen größeren Neubau ersetzt wurde.
Die kleine Kirche ist auf den Waldhof versetzt worden, die heutige Pauluskirche auf dem Waldhof, die erste Evangelische Jugendkirche Badens.
Auch danach stieg die Einwohnerzahl weiter schnell an, 1910 wurden bereits 20.259 Evangelische gezählt, und die Wohnbebauung entwickelte sich ostwärts weiter, so dass hier 1913 die nach dem Reformator Philipp Melanchthon benannte Pfarrei eingerichtet wurde.
Die Melanchthongemeinde wurde 1913 zur selbständigen Gemeinde erhoben. Vorher war sie Filialgemeinde der Lutherkirche. Pfarrer Rothenhöfer war der erste Pfarrer dieser zweiten Gemeinde der Neckarstadt. Zum Bau einer Kirche kam es aufgrund des Ersten Weltkriegs zunächst nicht und die Gottesdienste wurde in der Turnhalle der Uhlandschule abgehalten.
Zwischen 1922 und 1923 wurde dann die Melanchthonkirche nach den Plänen von Wilhelm Würth erbaut. Die Melanchthonkirche wurde am 11. November 1923 eingeweiht. Obwohl als Notkirche geplant, nach dem Bau einer größeren Kirche sollte das Gebäude als Gemeindehaus genutzt werden, hatte sie 900 Sitzplätze.
Die Hallenkirche wird von einem Walmdach bedeckt, das mit einem Dachreiter verziert ist. In dem Dachreiter wurden bei der Erbauung der Kirche 1923 zwei Glocken aufgehängt. Eine davon war die älteste erhaltene Glocke in Mannheim. Sie wurde 1709 von Melchior Derck gegossen und von Offizieren für die Trinitatiskirche gespendet. Nachdem dort ein neues Geläut aufgehängt worden war, und die alte Glocke klanglich nicht dazu passte, kam sie zur Melanchthonkirche.
Die kleine Kirche ist auf den Waldhof versetzt worden, die heutige Pauluskirche auf dem Waldhof, die erste Evangelische Jugendkirche Badens.
Auch danach stieg die Einwohnerzahl weiter schnell an, 1910 wurden bereits 20.259 Evangelische gezählt, und die Wohnbebauung entwickelte sich ostwärts weiter, so dass hier 1913 die nach dem Reformator Philipp Melanchthon benannte Pfarrei eingerichtet wurde.
Die Melanchthongemeinde wurde 1913 zur selbständigen Gemeinde erhoben. Vorher war sie Filialgemeinde der Lutherkirche. Pfarrer Rothenhöfer war der erste Pfarrer dieser zweiten Gemeinde der Neckarstadt. Zum Bau einer Kirche kam es aufgrund des Ersten Weltkriegs zunächst nicht und die Gottesdienste wurde in der Turnhalle der Uhlandschule abgehalten.
Zwischen 1922 und 1923 wurde dann die Melanchthonkirche nach den Plänen von Wilhelm Würth erbaut. Die Melanchthonkirche wurde am 11. November 1923 eingeweiht. Obwohl als Notkirche geplant, nach dem Bau einer größeren Kirche sollte das Gebäude als Gemeindehaus genutzt werden, hatte sie 900 Sitzplätze.
Die Hallenkirche wird von einem Walmdach bedeckt, das mit einem Dachreiter verziert ist. In dem Dachreiter wurden bei der Erbauung der Kirche 1923 zwei Glocken aufgehängt. Eine davon war die älteste erhaltene Glocke in Mannheim. Sie wurde 1709 von Melchior Derck gegossen und von Offizieren für die Trinitatiskirche gespendet. Nachdem dort ein neues Geläut aufgehängt worden war, und die alte Glocke klanglich nicht dazu passte, kam sie zur Melanchthonkirche.
Sie hat folgende Inschrift:
In Mannheim hat mein Nahm und Klang vor niemand hören schallen
Ich bin die erste lutherisch Glock: Ich ruff denen allen
Die sind auf Gottes Lob und Preis und eignes Heil bedach:
Und zeige zum Gedächtnis an, wer mich zur Welt gebrach
20.5.1924
400 Jahre Evangelisches Gesangbuch
Anlässlich des Jubiläums wird die Steirer-Orgel (16 Register) von Pfarrverwalter Rößger (Vertretung von Dekan Stadtpfarrer Rothenhöfer) eingeweiht. Oberkirchenrat Sprenger überbrachte Grüsse:
Phil 2,11 „Alle Zungen sollen bekennen….“ verbunden mit der Hoffnung, dass in der Kirche, deren Erstellung in schwerster Zeit ein mutiges Bekenntnis zum Evangelium gewesen sei, nunmehr auch die Orgel beitragen möge zur Verstärkung und Vertiefung des religiösen Lebens in der Gemeinde und dass die Klänge der Orgel, die zum Gotteshaus hinausdringen, auch die dem kirchlichen Leben ferner Stehenden herbeirufen möge.
In Mannheim hat mein Nahm und Klang vor niemand hören schallen
Ich bin die erste lutherisch Glock: Ich ruff denen allen
Die sind auf Gottes Lob und Preis und eignes Heil bedach:
Und zeige zum Gedächtnis an, wer mich zur Welt gebrach
20.5.1924
400 Jahre Evangelisches Gesangbuch
Anlässlich des Jubiläums wird die Steirer-Orgel (16 Register) von Pfarrverwalter Rößger (Vertretung von Dekan Stadtpfarrer Rothenhöfer) eingeweiht. Oberkirchenrat Sprenger überbrachte Grüsse:
Phil 2,11 „Alle Zungen sollen bekennen….“ verbunden mit der Hoffnung, dass in der Kirche, deren Erstellung in schwerster Zeit ein mutiges Bekenntnis zum Evangelium gewesen sei, nunmehr auch die Orgel beitragen möge zur Verstärkung und Vertiefung des religiösen Lebens in der Gemeinde und dass die Klänge der Orgel, die zum Gotteshaus hinausdringen, auch die dem kirchlichen Leben ferner Stehenden herbeirufen möge.
Predigt zu Psalm 98 „Singet dem Herrn ein neues Lied“
Thema 400 Jahre Evangelisches Gesangbuch, von dem in dieser langen Zeit unermessliche Segenskräfte ins deutsche Volk ausgegangen sind. Zur ferneren Förderung des evangelischen Kirchenliedes solle auch die neue Orgel mithelfen. Sie sei ein Sinnbild der Gemeindeeinigkeit, weil in ihr viele Stimmen zu einer Harmonie zusammenklingen.
Es war eine überaus stark besuchte Feier.
Nachmittags 14:00 Uhr Kigo,
nächsten Sonntag Abendkonzert von Kirchenmusikdirektor Arno Landmann.
Die Kollekte sollte zur Bestreitung der Kosten der Altarteppiche dienen.
Neue Mannheimer Zeitung 5.3.1934, S. 3
Die Kirche ist eine Angelegenheit des ganzen Volkes
Die Kirche steht und fällt mit dem Volk, wie auch das Volk mit der Kirche steht und fällt. Mit Jesus Christus für unsere Kirche und damit für unser Volk! Die Glocke des Gemeindehauses ließ zum ersten Mal ihre eherne Stimme ertönen zum Choral „Nun dankte alle Gott“
Neue Mannheimer Zeitung Nr. 106,
Das neue Gemeindehaus der Melanchthonkirche
Landesbischof Kühlewein nimmt die Weihe vor
Der sehr großen Melanchthongemeinde genügte die kleine Melanchthonkirche in der Lange Rötterstr. schon lange nicht mehr, so dass das Bestreben dahin ging, ein Gemeindehaus in der Nähe der Kasernen zu erstellen. Architekt Morkel baute in nur fünf Monaten das Gemeindehaus Zellerstr.: 100qm Raum, Platz für 150 Personen für Gottesdienste und große Gemeindeversammlungen mit Empore für Harmonium und Platz für 40 Personen - Fenster mit Glasmalerei: Verkündigung des Evangeliums durch die vier Evangelisten, begrenzt durch die Bilder Glaube und Liebe. Hauptsächlich war das Haus für die Kinderschule gedacht. Deswegen erhielt das Haus dafür benötigte Nebenräume und im Obergeschoss eine Wohnung für Kirchendiener und Schwester. Das Haus ist ab dann der neue Mittelpunkt evangelisch-christlichen Lebens und ein Sammelpunkt für die Melanchthongemeinde: „So wie heute die Sonne über uns scheint, möge stets das Licht über der Gemeinde leuchten." Der Landesbischof überreichte die Schlüssel an Stadtpfarrer Hessig, der weitere Segenswünsche sprach und dann die Türe aufschloss. Der Landesbischof: „Hier sollen die Kleinsten und jüngsten Glieder der Gemeinde betreut werden, die Jugend soll sich stärken in der evangelischen Gemeindschaft und am Glauben und die ganze Gemeinde soll sich sammeln zur Stärkung und Festigung des Gemeindebwusstseins."
„Sammlung ist das Gebot der Stunde. Wir leben in einer Zeit der Entscheidungen. Das Volk hat heute entschieden, schart sich um die eine Fahne und hat die Hand des Führers ergriffen zu einer neuen Zukunft. So tut auch im kirchlichen Leben eine starke, klare Entscheidung not. Es geht um den Grund, auf dem die Kirche steht; es geht darum, ob die Kirche für das Volk eine Kraft und Bedeutung hat. Im letzten Grund ist die Entscheidung eine für oder wider Christus. Wir wollen Christus aufs Neue die Hand zum ewigen Bunde reichen und wollen nie vergessen, was wir ihm verdanken."
Thema 400 Jahre Evangelisches Gesangbuch, von dem in dieser langen Zeit unermessliche Segenskräfte ins deutsche Volk ausgegangen sind. Zur ferneren Förderung des evangelischen Kirchenliedes solle auch die neue Orgel mithelfen. Sie sei ein Sinnbild der Gemeindeeinigkeit, weil in ihr viele Stimmen zu einer Harmonie zusammenklingen.
Es war eine überaus stark besuchte Feier.
Nachmittags 14:00 Uhr Kigo,
nächsten Sonntag Abendkonzert von Kirchenmusikdirektor Arno Landmann.
Die Kollekte sollte zur Bestreitung der Kosten der Altarteppiche dienen.
Neue Mannheimer Zeitung 5.3.1934, S. 3
Die Kirche ist eine Angelegenheit des ganzen Volkes
Die Kirche steht und fällt mit dem Volk, wie auch das Volk mit der Kirche steht und fällt. Mit Jesus Christus für unsere Kirche und damit für unser Volk! Die Glocke des Gemeindehauses ließ zum ersten Mal ihre eherne Stimme ertönen zum Choral „Nun dankte alle Gott“
Neue Mannheimer Zeitung Nr. 106,
Das neue Gemeindehaus der Melanchthonkirche
Landesbischof Kühlewein nimmt die Weihe vor
Der sehr großen Melanchthongemeinde genügte die kleine Melanchthonkirche in der Lange Rötterstr. schon lange nicht mehr, so dass das Bestreben dahin ging, ein Gemeindehaus in der Nähe der Kasernen zu erstellen. Architekt Morkel baute in nur fünf Monaten das Gemeindehaus Zellerstr.: 100qm Raum, Platz für 150 Personen für Gottesdienste und große Gemeindeversammlungen mit Empore für Harmonium und Platz für 40 Personen - Fenster mit Glasmalerei: Verkündigung des Evangeliums durch die vier Evangelisten, begrenzt durch die Bilder Glaube und Liebe. Hauptsächlich war das Haus für die Kinderschule gedacht. Deswegen erhielt das Haus dafür benötigte Nebenräume und im Obergeschoss eine Wohnung für Kirchendiener und Schwester. Das Haus ist ab dann der neue Mittelpunkt evangelisch-christlichen Lebens und ein Sammelpunkt für die Melanchthongemeinde: „So wie heute die Sonne über uns scheint, möge stets das Licht über der Gemeinde leuchten." Der Landesbischof überreichte die Schlüssel an Stadtpfarrer Hessig, der weitere Segenswünsche sprach und dann die Türe aufschloss. Der Landesbischof: „Hier sollen die Kleinsten und jüngsten Glieder der Gemeinde betreut werden, die Jugend soll sich stärken in der evangelischen Gemeindschaft und am Glauben und die ganze Gemeinde soll sich sammeln zur Stärkung und Festigung des Gemeindebwusstseins."
„Sammlung ist das Gebot der Stunde. Wir leben in einer Zeit der Entscheidungen. Das Volk hat heute entschieden, schart sich um die eine Fahne und hat die Hand des Führers ergriffen zu einer neuen Zukunft. So tut auch im kirchlichen Leben eine starke, klare Entscheidung not. Es geht um den Grund, auf dem die Kirche steht; es geht darum, ob die Kirche für das Volk eine Kraft und Bedeutung hat. Im letzten Grund ist die Entscheidung eine für oder wider Christus. Wir wollen Christus aufs Neue die Hand zum ewigen Bunde reichen und wollen nie vergessen, was wir ihm verdanken."













