Denkwürdiges
„Wir sind die Brandmauer!“
Rede gehalten am 25. Januar 2025 auf dem Alten Meßplatz
Es ist toll, es ist eindrucksvoll, euch alle hier von der Bühne zu sehen. Danke dass ihr alle heute hier seid. Danke, dass es euch nicht egal ist, wenn unsere Demokratie untergraben wird. Danke, dass ihr aufsteht, wenn der wichtigste Satz unserer Verfassung vergessen zu werden droht: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Ich stehe heute hier als Vertreter der evangelischen Kirche in Mannheim, als einer von Tausenden Christinnen und Christen in unserer Stadt. Unser Glaube erzählt nicht vom Recht des Stärkeren, sondern von radikaler Liebe, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Unser Gott ist auf der Seite der Schwachen und Entrechteten, bei den Losern und Ausgegrenzten. Zusammen mit unseren jüdischen und muslimischen Geschwistern glauben wir an den Gott, der allen Menschen die gleiche Würde geschenkt hat. Und darum schweigen wir nicht, wenn Menschen ausgegrenzt, angegriffen oder bedroht werden. Deswegen leisten wir Widerstand, wenn jemand die Demokratie attackiert. Deswegen bleiben unsere Kirchen Zufluchtsorte für alle Menschen, die Schutz und Hoffnung suchen. Und auf keinen Fall lassen wir unseren Glauben vereinnahmen. Kein Politiker dieser Welt ist von Gott erwählt! Die Würde des Menschen muss sich niemand zuerst verdienen. Jeder Mensch hat sie. Und jeder Mensch verdient, dass diese Würde respektiert und geschützt wird. Wer daran festhalten will, kann nicht gemeinsame Sache mit der AFD machen. Die AFD ist eine menschenverachtende und Hass verbreitende Partei. Sie hetzt, sie hasst und sie spaltet. Und sie sagt, die Würde einiger Menschen sei antastbar. Und sie will bestimmen, welche Menschen das sind, deren Würde nichts zählt. Aber Würde ist kein Konjunktiv. Sondern ein Imperativ. Sie verpflichtet uns. Sie ist die Grundlage, von der wir nicht abweichen dürfen, keinen Millimeter! Darum kann es, darf es auch im Bundestag keine Situation geben, in der man mit der AFD im selben Topf landet.
Darum fordern wir von den Verantwortlichen in der Politik:
Setzt im Wahlkampf nicht auf Hetze und Hass! Bleibt bei der Wahrheit und verdreht keine Fakten! Verratet nicht Menschen, die Schutz suchen. Und hört endlich auf zu hetzen. Hass ist gottlos. Hass schadet der Seele. Eurer eigenen und der unseres Landes. Darum wahrt euren Anstand. Wer Anstand hat, macht keine Sache mit Rechtsextremen. Wer Anstand hat, hält Abstand. Und zwar den größtmöglichen. Im Bundestag und überall! Darum, ihr Politiker:innen: Kehrt zurück zu einem Diskurs und einer Verantwortung, die in diesen Tagen für unser Land geboten ist. Kehrt zurück zu einer Sprache und einer demokratischen Mitte, die als erstes die Humanität, die Würde des Menschen im Blick hat.
Darum sind wir alle heute hier. Weil wir für die Würde und die Werte der Demokratie und unseres Zusammenlebens einstehen. Heute wird mal wieder klar: Auf diesen Werten ruhen wir uns nicht aus. Für diese Werte müssen wir einstehen, um sie müssen wir kämpfen. Demokratie hat man nicht einfach so. Demokratie lebt man. Wir machen heute klar: Finger weg von diesen Werten. Wir machen heute klar: Wer die Menschenwürde antasten will, dem leisten wir Widerstand. Darum sind wir hier. Alle zusammen. Wir sind laut. Und wir sind viele! Das ist gut. Denn: wir sind die Brandmauer! Danke!
Rede gehalten am 25. Januar 2025 auf dem Alten Meßplatz
Es ist toll, es ist eindrucksvoll, euch alle hier von der Bühne zu sehen. Danke dass ihr alle heute hier seid. Danke, dass es euch nicht egal ist, wenn unsere Demokratie untergraben wird. Danke, dass ihr aufsteht, wenn der wichtigste Satz unserer Verfassung vergessen zu werden droht: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Ich stehe heute hier als Vertreter der evangelischen Kirche in Mannheim, als einer von Tausenden Christinnen und Christen in unserer Stadt. Unser Glaube erzählt nicht vom Recht des Stärkeren, sondern von radikaler Liebe, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Unser Gott ist auf der Seite der Schwachen und Entrechteten, bei den Losern und Ausgegrenzten. Zusammen mit unseren jüdischen und muslimischen Geschwistern glauben wir an den Gott, der allen Menschen die gleiche Würde geschenkt hat. Und darum schweigen wir nicht, wenn Menschen ausgegrenzt, angegriffen oder bedroht werden. Deswegen leisten wir Widerstand, wenn jemand die Demokratie attackiert. Deswegen bleiben unsere Kirchen Zufluchtsorte für alle Menschen, die Schutz und Hoffnung suchen. Und auf keinen Fall lassen wir unseren Glauben vereinnahmen. Kein Politiker dieser Welt ist von Gott erwählt! Die Würde des Menschen muss sich niemand zuerst verdienen. Jeder Mensch hat sie. Und jeder Mensch verdient, dass diese Würde respektiert und geschützt wird. Wer daran festhalten will, kann nicht gemeinsame Sache mit der AFD machen. Die AFD ist eine menschenverachtende und Hass verbreitende Partei. Sie hetzt, sie hasst und sie spaltet. Und sie sagt, die Würde einiger Menschen sei antastbar. Und sie will bestimmen, welche Menschen das sind, deren Würde nichts zählt. Aber Würde ist kein Konjunktiv. Sondern ein Imperativ. Sie verpflichtet uns. Sie ist die Grundlage, von der wir nicht abweichen dürfen, keinen Millimeter! Darum kann es, darf es auch im Bundestag keine Situation geben, in der man mit der AFD im selben Topf landet.
Darum fordern wir von den Verantwortlichen in der Politik:
Setzt im Wahlkampf nicht auf Hetze und Hass! Bleibt bei der Wahrheit und verdreht keine Fakten! Verratet nicht Menschen, die Schutz suchen. Und hört endlich auf zu hetzen. Hass ist gottlos. Hass schadet der Seele. Eurer eigenen und der unseres Landes. Darum wahrt euren Anstand. Wer Anstand hat, macht keine Sache mit Rechtsextremen. Wer Anstand hat, hält Abstand. Und zwar den größtmöglichen. Im Bundestag und überall! Darum, ihr Politiker:innen: Kehrt zurück zu einem Diskurs und einer Verantwortung, die in diesen Tagen für unser Land geboten ist. Kehrt zurück zu einer Sprache und einer demokratischen Mitte, die als erstes die Humanität, die Würde des Menschen im Blick hat.
Darum sind wir alle heute hier. Weil wir für die Würde und die Werte der Demokratie und unseres Zusammenlebens einstehen. Heute wird mal wieder klar: Auf diesen Werten ruhen wir uns nicht aus. Für diese Werte müssen wir einstehen, um sie müssen wir kämpfen. Demokratie hat man nicht einfach so. Demokratie lebt man. Wir machen heute klar: Finger weg von diesen Werten. Wir machen heute klar: Wer die Menschenwürde antasten will, dem leisten wir Widerstand. Darum sind wir hier. Alle zusammen. Wir sind laut. Und wir sind viele! Das ist gut. Denn: wir sind die Brandmauer! Danke!
Schuldekan Andreas Weisbrod, Evangelische Kirche in Mannheim
(Nach der Demo hätte ich gern noch folgendes ergänzt:
In der notwendigen politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung darf die AFD nicht den Grundton angeben. Hetze und Hass sind ihr Sprachmuster – und dürfen nicht das von Demokrat:innen werden! Wir stehen in der Gefahr, Menschen vom rechten Rand auszugrenzen, zu beleidigen, mit Häme zu überziehen. Der Satz „Nazis raus!“ ist gut, wenn wir damit meinen, dass Rechtsextreme in unseren Parlamenten nichts zu suchen haben. Wenn wir damit aber generell Menschen mit rechter Gesinnung meinen, ist er fragwürdig. Wohin sollen sie denn „raus“? Sicher, wir müssen Abgrenzung gegenüber Rechtsextremen und den geistigen Brandstiftern der AFD im politischen Betrieb wahren. Aber es gibt Menschen, die von ihrem Gedankenmüll vergiftet sind – in unserer Nachbarschaft, unseren Familien, am Arbeitsplatz und im Bekanntenkreis. Begegnen wir Ihnen mit Ruhe, mit Fakten, mit Überzeugungskraft, nicht unsererseits mit Hass! Halten wir uns an die Devise von Michèle Obama: „When they go low, we go high“!)
(Nach der Demo hätte ich gern noch folgendes ergänzt:
In der notwendigen politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung darf die AFD nicht den Grundton angeben. Hetze und Hass sind ihr Sprachmuster – und dürfen nicht das von Demokrat:innen werden! Wir stehen in der Gefahr, Menschen vom rechten Rand auszugrenzen, zu beleidigen, mit Häme zu überziehen. Der Satz „Nazis raus!“ ist gut, wenn wir damit meinen, dass Rechtsextreme in unseren Parlamenten nichts zu suchen haben. Wenn wir damit aber generell Menschen mit rechter Gesinnung meinen, ist er fragwürdig. Wohin sollen sie denn „raus“? Sicher, wir müssen Abgrenzung gegenüber Rechtsextremen und den geistigen Brandstiftern der AFD im politischen Betrieb wahren. Aber es gibt Menschen, die von ihrem Gedankenmüll vergiftet sind – in unserer Nachbarschaft, unseren Familien, am Arbeitsplatz und im Bekanntenkreis. Begegnen wir Ihnen mit Ruhe, mit Fakten, mit Überzeugungskraft, nicht unsererseits mit Hass! Halten wir uns an die Devise von Michèle Obama: „When they go low, we go high“!)
