Peter Geißert

Gemeindebrief Juni 2015

Zuerst floss der Rhein. Bei mir jedenfalls, denn aufgewachsen bin ich in der Rheinebene bei Karlsruhe. Ich erinnere mich an helle Sonntage auf Kiesbänken, an flippende Steine und an das Paddeln auf dem Altrhein. Später als Jugendlicher Gespräche über Gott und die Welt am nächtlichen Ufer: viele Träume und noch mehr Schnaken.

Dann der Neckar. Studiert habe ich in Tübingen und in Heidelberg. Erst in Tübingen, da, wo der Neckar noch Idyll ist, flach und verspielt; später in Heidelberg, wo er, längst schiffbar, durch die letzten Hügel des Odenwaldes hindurch in die Ebene bricht. Der Neckarlauf: Sinnbild meines eigenen Lebensflusses in jenen Studienjahren, der sich seinen eigenen Weg gesucht hat, dankbar vielfältige Zuflüsse und Einflüsse in sich aufgenommen hat, dabei weiter und breiter wurde und sich schließlich aus der Enge alter Muster und Vorstellungen befreit hat.

Quelle: Jochen Stoiber, Evangelische Gemeinde in der Neckarstadt, Mannheim

Nach meinem theologischen Examen bin ich (ohne dass mir das bewusst oder wichtig gewesen wäre) dem Neckarlauf weiter gefolgt: nach Mannheim. Lehrvikariat auf der Vogelstang, Pfarrvikariat auf dem Waldhof, und dann meine erste Pfarrstelle seit 2002 in der Petrusgemeinde in Manneim-Wallstadt. Mein Lebensfluss ähnelt in dieser Zeit (erst jetzt beim Schreiben wird mir das bewusst) wieder dem Neckar, der sich ab Heidelberg in zwei Läufen zeigt. Beruf und Familie. Ich bin verheiratet, wir haben zwei Jungs (jetzt 12 und 15). Allerdings fließen meine beiden Lebensbereiche nicht so sauber getrennt wie die Neckarläufe nebeneinander her, da gibt es Durchstiche, Durchbrüche, manchmal Dammbrüche. Der Lebensfluss doch eher bewegt, manchmal turbulent, mit Stromschnellen und Wirbeln. Im Rückblick denke ich: in diesen Jahren gräbt sich der Lebensfluss aber auch tief in das Leben ein, wird kraftvoller, weil er an Tiefe gewinnt.

Und jetzt also noch ein Stück den Neckar runter, fast bis zur Mündung, in die Neckarstadt. Hierher, wo gesellschaftlich, sozial, kirchlich und kulturell vieles in einem lebhaften Fließen und Strömen ist. Ich bin gespannt!
Und die Evangelische Gemeinde in der Neckarstadt: ein Zusammenfluss von ursprünglich drei Gemeinden. Vor Augen weitere Zuflüsse, Einflüsse, Kooperationen. Lebhaft wirkt das, inspirierend wie eine abwechslungsreiche Flusslandschaft. Ja, ich ahne, das kann bisweilen ein unruhiges Fahrwasser sein, da entstehen Wirbel mit je eigener Mitte, und das muss wohl so sein, bis sich die Wogen glätten - aber dieses Ineinander- und Zusammenfließen verheißt auch viel Kraftvolles!
In einer Fortbildung wurde uns die Aufgabe gestellt, die Geschichte des persönlichen Glaubens mal als einen Fluss zu malen: was waren die Quellen meines Glaubens, aus welchen Zuflüssen hat er sich im Lauf des Lebens gespeist? Wann wurde er flach, ist vielleicht versickert, und bei welchen Erfahrungen wurde er kraftvoll und tief? Durfte sich der Glaube spielerisch sein Bett suchen, oder hat man ihn kanalisiert (ja, auch das ist der Neckar ...)?

Die eigene Glaubensgeschichte als ein Flusslauf oder die Gemeinde als eine Flusslandschaft ? diese offenen und lebhaften Bilder als ein erstes Angebot, in der NECKAR-Stadt miteinander über Glaube und Kirche ins Nachdenken und ins Gespräch zu kommen.

Ich freue mich darauf!

Peter Geißert

 
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