Bestattung - Sterben und Trauer

Am Ende des Lebens

Mit dem Tod umzugehen, ist die Schule des Glaubens (Martin Luther)
Der Tod ist demokratisch. Er kommt zu jeder und jedem. Auch wenn er uns ungerecht erscheint, ist er doch ein unausweichlicher Teil des Lebens. Durch die Auferstehungshoffnung in Jesus Christus können wir ihn als schmerzhaften Teil des Lebens annehmen. Unter Schmerz und Trauer können wir den Weg vom Grab ins Leben zurück finden. Die Einsicht in die Begrenztheit unserer Möglichkeiten und unseres Lebens kann dazu führen, dass wir das Leben besser und bewusster leben.

Die eigene Endlichkeit annehmen

Mensch-Sein heißt Grenzen erfahren - Grenzen eigener Gesundheit, Lebenskraft und Lebenszeit. Krankheit, Sterben und Tod gehören zum Leben. Das sind Erfahrungen, die keinem erspart bleiben. Es hängt darum viel für unser Leben und sein Gelingen davon ab, ob und wie wir die Erfahrung von Vergänglichkeit und Tod in unser Leben einbeziehen und bewältigen. Wir leben unser Leben bewusster und besser, wenn wir es so leben, wie es ist: befristet.

Auf Gottes Gegenwart vertrauen

 

Die Menschen der Bibel stellen sich den schmerzlichen und leidvollen Erfahrungen. Sie leben mit ihnen - nicht gegen sie. Ihr Lob und ihre Klage gelten darum Gott, dem Liebhaber des Lebens, dem Herrn über Leben und Tod. Sie rechnen mit seiner Gegenwart und Begleitung auch im Sterben und Tod. Gott hat an unserem begrenzten Leben teilgenommen; er ist Mensch geworden. Jesus Christus hat sich Kranken und Sterbenden zugewandt. Er hat selbst einen qualvollen Tod erlitten. Dieser Jesus Christus ist von den Toten auferstanden. Seitdem haben Vergänglichkeit, Sterben und Tod nicht mehr das letzte Wort. Die Toten werden auferstehen. Die Botschaft Jesu von Gottes Liebe ist wahr - auch angesichts von Vergänglichkeit und Tod.

Sich auf das Sterben vorbereiten

Sich auf das Sterben vorbereiten, kann heißen: rechtzeitig seine Angelegenheiten in Ordnung zu bringen. Martin Luther schreibt dazu: "Dieweil der Tod ein Abschied ist von dieser Welt und allen ihren Händeln, ist not, daß der Mensch sein zeitlich Gut ordentlich verschaffe, wie es damit werden soll oder er es gedenkt zu ordnen, daß nicht bleibe nach seinem Tod Ursach zu Zank." Dazu gehört für Luther auch, Beziehungen zu klären, um Verzeihung zu bitten und selbst zu verzeihen: "Daß man auch geistlich Abschied nehme; das ist: Man vergebe freundlich und lauter um Gottes willen allen Menschen, die uns beleidigt haben, wiederum auch begehre man Vergebung um Gottes willen von allen Menschen, deren wir viel ohne Zweifel beleidigt haben, damit die Seele nicht behaftet bleibe mit irgend einem Handel auf Erden."
Die wesentliche Vorbereitung auf das Sterben liegt für Luther aber darin, Gewissheit zu schöpfen: Das Sterben ist eine neue Geburt. Wie eine Geburt ist es mit Angst und Leiden verbunden, aber es führt in ein neues Leben. In der Todesangst sollen wir nicht auf Fehlerund Versäumtes schauen, sondern uns das Bild des gekreuzigten Jesus Christus vor Augen halten. Er hat selbst Todesangst ausgestanden und qualvolle Schmerzen erlitten. Er hat alle Schuld auf sich genommen und uns mit Gott versöhnt. Er ist von den Toten auferstanden. Nichts kann uns mehr von der Liebe Gottes trennen, auch nicht der Tod. Die Erinnerung an die Taufe und die Feier des Heiligen Abendmahles können dieses Vertrauen bestärken. Schwere Krankheiten und körperlicher Verfall können das Leben nahezu unerträglich machen. Gott weicht der Verzweiflung und der Klage nicht aus. Die Psalmen der Bibel und die Gebete von Menschen, die ihren Schmerz Gott ins Gesicht geschrieen haben, sind eine Ermutigung, selbst so zu beten.


Eine christliche Patientenverfügung
Quelle: Jochen Stoiber, Evangelische Gemeinde in der Neckarstadt, Mannheim

Sich auf das Sterben vorbereiten

Möglichkeiten moderner Medizin führen dazu, das Sterben hinauszuzögern, auch wenn keine Aussicht auf Wiederherstellung eines erträglichen Lebens besteht. Gleichzeitig wird der Ruf nach einer Verkürzung der Leidenszeit laut. In diese Situation spricht die christliche Patientenverfügung. Sie möchte einen Weg zwischen sinnloser Sterbensverlängerung und christlich nicht verantwortbarer Lebensverkürzung aufzeigen.

Eine vorausschauende Erklärung des eigenen Willens

Wenn ein Arzt über medizinische Maßnahmen bei einem bewusstlosen oder zur eigenen Willenserklärung nicht mehr fähigen Patienten entscheiden muss, ist ergehalten, den mutmaßlichen Willen des Betroffenen zu ermitteln. Daher ist es sinnvoll, wenn eine "in guten Tagen" abgefasste Patientenverfügung vorliegt, die dem Arzt eine Hilfe für eine verantwortliche Entscheidung gibt. In rechtlicher Hinsicht ist die Patientenverfügung ein Indiz für den mutmaßlichen Willen. Die letzte Entscheidung über medizinische Maßnahmen liegt freilich beim Arzt.

Vertrauensperson und christlicher Beistand

In der Patientenverfügung soll eine Vertrauensperson benannt werden. Sie wirkt bei der Abfassung der Patientenverfügung mit, um dem Patienten beizustehen und mit dem Arzt die erforderlichen Maßnahmen abzusprechen. Gegenüber Patienten und Angehörigen weiß sich die Kirche verpflichtet, christlichen Beistand in seelsorgerlicher Begleitung anzubieten. Es soll nichts unversucht bleiben, um ein 'Sterben in Frieden' zu ermöglichen.

Was zu tun ist

Mit einer Vertrauensperson soll die Patientenverfügung besprochen und eine entsprechende Erklärung ausgefüllt werden. Diese soll bei den Ausweispapieren und in der Hand der Vertrauensperson sein, damit sich im beschriebenen Fall Arzt und Vertrauensperson miteinander in Verbindung setzen können. Die Übereinstimmung zwischen Patientenverfügung und Zweitschrift bestätigt die Gültigkeit der Beauftragung.

Beispieltext: Aus einer christlichen Patientenverfügung

Ich glaube, dass meine Zeit in Gottes Händen steht. Solange eine realistische Aussicht auf Erhaltung eines erträglichen Lebens besteht, erwarte ich ärztlichen und pflegerischen Beistand unter Ausschöpfung der angemessenen Möglichkeiten. Dagegen wünsche ich, dass lebensverlängernde Maßnahmen unterbleiben, wenn medizinisch eindeutig festgestellt ist, dass ich mich im unmittelbaren Sterbeprozess befinde, bei dem jede lebenserhaltende Therapie das Sterben oder Leiden ohne Aussicht auf Besserung verlängern wurde, oder dass keine Aussichtauf Wiedererlangung des Bewusstseins besteht, oder dass aufgrund von Krankheit oder Unfall ein schwerer Dauerschaden des Gehirns zurückbleibt, oder dass es zueinem nicht behandelbaren, dauernden Ausfall lebenswichtiger Funktionen meines Körpers kommt. Behandlung und Pflege sollen in diesen Fällen auf die Linderung von Schmerzen, Unruhe und Angst gerichtet sein, selbst wenn durch die notwendige Schmerzbehandlung eine Lebensverkürzung nicht auszuschließen ist. Ich möchte in Würde und Frieden sterben können, nach Möglichkeit in meiner vertrauten Umgebung. Aktive Sterbehilfe lehne ich ab. Ich bitte um menschliche und seelsorgerliche Begleitung. Für den Fall, dass ich außerstande bin, meinen Willen zu bilden oder zu äußern, benenne ich hiermit als Person meines besonderen Vertrauens Herr/Frau (Name) und erteile ihr hiermit Vollmacht, anmeiner Stelle mit der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt alleerforderlichen Entscheidungen abzusprechen. Die Vertrauensperson soll meinen Willen im Sinne dieser Patientenverfügung einbringen und in meinem Namen Einwendungen vortragen, die die Ärztin bzw. der Arzt berücksichtigen soll. Siedarf auch die Krankenunterlagen einsehen und in deren Herausgabe an Dritteeinwilligen. Zu diesem Zweck entbinde ich die mich behandelnden Ärzte und deren nichtärztliche Mitarbeiter gegenüber meiner Vertrauensperson von der Schweigepflicht.


 Sterbende begleiten
Quelle: Jochen Stoiber, Evangelische Gemeinde in der Neckarstadt, Mannheim

 

Sterbende zu begleiten gehört zu den wesentlichen Aufgaben der christlichen Gemeinde. Die Liebe zu einem Menschen und die Achtung vor der Menschenwürde fordern, dass niemand einsam sterben muss, dass Schmerzen und Beschwerden gelindert werden, dass die letzten Dinge geklärt werden können unddass Raum für Sinn- und Glaubensfragen angeboten wird. Es ist ganz verständlich, dass Menschen Angstvor dem Tod und vor der Begegnung mit Sterbenden haben. Für viele ist es schwer auszuhalten, einen Menschen verfallen zu sehen, die eigene Hilflosigkeit zuerleben und die Endgültigkeit des Todes anzunehmen. In einer solchen Situation kann dennoch viel getan werden:

Ein Zeichen der Nähe geben

Ein Mensch, der stirbt, soll spüren, dass jemand bei ihm ist. Das geschieht in einfachen Zeichen der Zuwendung, in freundlichen Worten und liebevollen Gesten.

Das Gespräch über den Ernst der Lage suchen

Sterbende haben oft eine Ahnung von ihrer Situation. Sie wollen nicht getäuscht werden. Um miteinander über die Wahrheit sprechen zu können, bedarf es eines längeren Weges. Es kommt darauf an, für ausgesprochene und unausgesprochene Signale des Sterbenden empfänglich zu sein.

Vertraute Gebete zu sprechen

Dazu gehören Psalmen (Psalm 23), bekannte Liedstrophen (z.B. Befiehl du deine Wege,EG 361; So nimm denn meine Hände, EG 376 u.a.), das Vaterunser

Vaterunser
Vater unser im Himmel. / Geheiligt werde dein Name. / Dein Reich komme. / Dein Wille geschehe, / wie imHimmel, so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute. / Und vergib uns unsere Schuld, / wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. / Und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn dein ist das Reich und die Kraft / und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Psalm 23
Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. / Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. / Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. / Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; / denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich./ Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. / Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. / Gutes und Barmherzigkeit werden mirfolgen mein Leben lang, / und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

Befiehl du deine Wege
Befiehl du deine Wege / und was dein Herze kränkt / der allertreusten Pflege / des, der den Himmel lenkt. / Der Wolken, Luft und Winden / gibt Wege, Lauf und Bahn, / der wird auch Wege finden,/ da dein Fuß gehen kann. / Dem Herren mußt du trauen, / wenn dir's sollwohlergehn; / auf sein Werk mußt du schauen, / wenn dein Werk soll bestehn. /Mit Sorgen und mit Grämen / und mit selbsteigner Pein / läßt Gott sich garnichts nehmen, / es muß erbeten sein.

So nimm denn meine Hände
So nimm denn meine Hände / und führe mich / bis an mein selig Ende / und ewiglich. / Ich mag allein nichtgehen, / nicht einen Schritt: / wo du wirst gehn und stehen, / da nimm mich mit./ In dein Erbarmen hülle / mein schwaches Herz / und mach es gänzlich stille /in Freud und Schmerz. / Laß ruhn zu deinen Füßen / dein armes Kind: / es will die Augen schließen / und glauben blind. / Wenn ich auch gleich nichts fühle /von deiner Macht, / du führst mich doch zum Ziele / auch durch die Nacht: / sonimm denn meine Hände / und führe mich / bis an mein selig Ende / und ewiglich!

Miteinander Abendmahl feiern

Geben Schwerkranke und Sterbende den Wunsch nach dem Heiligen Abendmahl zu erkennen,soll der Pfarrer benachrichtigt werden. Die Feier des Abendmahls am Sterbebett kann für alle Familienmitglieder eine gesegnete Stunde werden, in der sie die Gemeinschaft untereinander erfahren,entlastet und getröstet werden.

Segnung der Sterbenden

Gern kommt der Pfarrer, um den/ die Sterbende(n) zu segnen. Der Sterbesegen ist ein Reisesegen für die letzte Reise, die der/ die Sterbende ins Jenseits antreten muss.
Man kann auch selbst folgenden Abschiedssegen sprechen; evtl. dabei die Hände der/ des Sterbenden halten oder ihr/ ihm dabei die Hände auf die Stirn legen:
Es segne dich Gott, der Vater, der dich nach seinem Ebenbild geschaffen hat.
Es segne dich Gott, der Sohn, der dich durch sein Leiden und Sterben erlöst hat.
Es segne dich Gott, der Heilige Geist, der dich zum Leben gerufen und geheiligt hat.
Gott der Vater und der Sohn und der Heilige Geist geleite dich durch das Dunkel des Todes.
Er gebe dir Frieden und ewiges Leben. Amen.

Eine Kerze anzünden

Eine Kerze anzuzünden, ist Ausdruck des Glaubens an den auferstandenen Herrn Jesus Christus.
Er ist Licht und Hoffnung, jetzt und in der Stunde des Todes.
Er ist das Licht der Auferstehung.

Nach dem Sterben

Bei Sterben und Tod haben Schmerz, Klage, Weinen und Erschütterung ihr Recht.
Wenn der Tod eingetreten ist, können sich auch Erleichterung und ein Gefühl des Friedens einstellen.

Es ist Zeichen des endgültigen Abschiedes vom Leben und Ausdruck des Respekts vor den Toten, wenn Angehörige oder Freunde ihnen die Hände über der Brust falten und ihnen die Augen schließen.

Abschiedsworte

Es ist möglich Abschiedsworte zu sprechen, z.B.:
Wir wollen Abschied nehmen von (Name) und bedenken, was uns mit ihr/ihm verbindet.
Wer (Name) geliebt und geachtet hat, der trage diese Liebe und Achtung weiter.
Wen (Name) geleibt hat, der danke (Name) alle Liebe.
Wer (Name) etwas schuldig geblieben ist an solcher Liebe, in Worten und Taten, der bitte Gott um Vergebung.
Und wem (Name) weh getan haben sollte, der verzeihe (Name), wie Gott uns vergibt, wenn wir ihn darum bitten.
So nehmen wir Abschied mit Dank für alles Gewesene und im Frieden.

Aussegnung

Bevor der Körper der/des Verstorbenen abgeholt wird, kann von den Angehörigen oder von dem Pfarrer/der Pfarrerin eine Aussegnung gehalten werden.


 Was bei einem Todesfall zu bedenken ist
Quelle: Jochen Stoiber, Evangelische Gemeinde in der Neckarstadt, Mannheim

Todesbescheinigung

Im Sterbefall ist unverzüglich ein Arzt zur Feststellung des Todes und der Todesursache zu verständigen. Er stellt dieTodesbescheinigung aus.

Anmeldung zur Bestattung

Der Sterbefall ist bei einem Standesamt anzuzeigen, dort wird die Sterbeurkunde ausgestellt.
In der Regel wird ein Bestattungsunternehmen eigener Wahl beigezogen. Das Bestattungsunternehmen legt den Termin der Bestattung nach Absprache mit der Friedhofsverwaltung und dem Pfarramt fest. 
Der Pfarrer/ die Pfarrerin nimmt Kontakt mit der Trauerfamilie auf und vereinbart ein Gespräch, um den Ablauf der Trauerfeier und evtl. Wünsche zur Gestaltung mit den Angehörigen durchzusprechen.

Traueranzeige

Die Traueranzeige sagt viel über die Beziehung zum Verstorbenen. In der Traueranzeige drückt sich auch die eigene Sicht des Lebens und des Todes aus;dazu gehört für Christinnen und Christen das Zeichen des Kreuzes und ein biblisches Wort (vgl. Worte der Bibel für Traueranzeigen und Kondolenzkarten)


Die kirchliche Bestattung
Quelle: Jochen Stoiber, Evangelische Gemeinde in der Neckarstadt, Mannheim

Die kirchliche Bestattung hat in der Regel zwei Elemente: den Gottesdienst in der Trauerkapelle und die (anschließende) Handlung am Grab. Die Handlung am Grabentfällt bei einer Feuerbestattung.

Im Fall einer Feuerbestattung ist der Pfarrer nach Absprache gern bereit auch die Urnenbeisetzung durch Gebet und Segen zubegleiten.

In besonderen Fällen findet statt der Bestattung (oder ergänzend) ein Gedenkgottesdienststatt.

Die Bestattung eines Gemeindemitgliedes werden in der Regel im darauf folgenden Sonntagsgottesdienst in der Melanchthonkirche bekannt gegeben. Die Gemeinde betet für die Verstorbenen und ihre Angehörigen.

In der Trauerkapelle

Der Gottesdienst in der Trauerkapelle ist geprägt von der Unausweichlichkeit desTodes und der Gewissheit seiner Überwindung. Deshalb ist Raum für Trauer überden erlittenen Verlust. Das Leben des oder der Verstorbenen kommt inangemessener Weise zur Sprache. Die Predigt wird die bergende Liebe Gottesbezeugt. Die Gewissheit der Auferstehung steht gegen alle Sterbe- undTodeserfahrungen. Die Gemeinde begleitet ihre Toten und deren Angehörige mitGebeten.

Der Gottesdienst zu einer Feuerbestattung wirdentsprechend gestaltet.

 Der genaue Ablauf und evtl. Lied- oder andere Gestaltungswünsche für die Trauerfeier werden in einen Gespräch mit dem Pfarrer abgesprochen.

Oft wird bei Bestattungen nicht mehr gesungen, sondern die Orgel spielt getragene Instrumentalmusik.
Gerne aus diesem Anlass gesungene oder gespielte Choräle sind (die Nummern beziehen sich auf das neue Evangelische Gesangbuch, kurz: EG): Befiehl du deine Wege (EG 361); So nimm denn meine Hände (EG 376); Ich bete an die Macht der Liebe (EG 651);Jesu geh voran (EG 391); Bis hierher hat mich Gott gebracht (EG 329); Ich bin ein Gast auf Erden (EG 529); Was Gott tut, das ist wohlgetan (EG 372); Wer nur den lieben Gott lässt walten (EG 369); Christ ist erstanden (EG 99); Manchmal eignet sich auch: Großer Gott wir loben dich (EG 331).

Am Grab

Die Handlung am Grab beginnt damit, dass der Sarg eingesenkt wird. Danach spricht der/die Pfarrer/in Gebete und wirft dreimal Erde auf den Sarg. Dies ist ein Zeichen dafür, dass wir wieder zu Erde werden und ein Hinweis darauf, dass wir auferstehen werden. Die Bestattung schließt mit dem gemeinsam gesprochenen Vaterunser und dem Zuspruch des Segens.


Was kostet eine kirchliche Bestattung?
Quelle: Jochen Stoiber, Evangelische Gemeinde in der Neckarstadt, Mannheim

Die Bestattung ist kostenlos. Eine würdige Bestattung ist ein Menschenrecht.
Wenn Sie daran denken sollten, dem Pfarrer für die Arbeit in der Gemeinde eine Spende zu übermitteln, ist dies für deren mannigfaltige Aufgaben bestimmt, wie Altenhilfe, Kinder- und Jugendarbeit, Unterstützung von Bedürftigen. Selbstverständlich erhalten Sie eine Spendenquittung.


Bestattung von Verstorbenen, die Suizid begannen haben
Quelle: Jochen Stoiber, Evangelische Gemeinde in der Neckarstadt, Mannheim

Hat ein Mensch Suizid begannen, dann ist der Trost, den eine kirchliche Bestattung geben kann, wichtig. Die kirchliche Begleitung der Angehörigen ist besonders geboten.


Bestattung von Verstorbenen, die nicht Mitglieder der Kirche waren?
Quelle: Jochen Stoiber, Evangelische Gemeinde in der Neckarstadt, Mannheim

Die kirchliche Bestattung ist ein Gottesdienst der Gemeinde. Sie kann in der Regel nur Angehörigen der evangelischen Kirche gewährt werden. Ausnahmen von dieser Regelung sind möglich und manchmal geboten.

Ungetaufte Kinder evangelischer Eltern, frühverstorbene Kinder, bei denen die Nottaufe nicht mehr möglich war, und Totgeborene haben ein Anrecht darauf, kirchlich bestattet zu werden.

Wünschen die Angehörigen von Verstorbenen, die nicht Mitglied der Kirche waren, die kirchliche Bestattung, so soll dieser Wunsch mit dem Pfarrer besprochen werden. Im Einzelfall kann eine solche stattfinden. Es ist dabei zu beachten: Die Entscheidung eines Menschen, der Kirche nicht angehören zu wollen, muß ernst genommen werden. Andererseits soll der Wunsch der Angehörigen nach christlicher Bestattung respektiert werden. Diese Spannung kann nur in einem gemeinsamen Gespräch aufgelöst werden.


Der Toten gedenken im Gottesdienst
Quelle: Jochen Stoiber, Evangelische Gemeinde in der Neckarstadt, Mannheim

In der Regel wird am Sonntag nach der Bestattung im Sonntagsgottesdienst für die Verstorbenen und ihre Angehörigen gebetet.

Am Ewigkeitssonntag, dem letzten Sonntag vor dem 1. Advent, wird im Gottesdienst der Verstorbenen des vergangenen Jahres gedacht. Sie werden namentlich genannt, und es wird für sie eine Kerze entzündet und ihrer im Gebet gedacht.

Das Totengedenken gründet darin, dass wir Christinnen und Christen an eine Totenerweckung durch Gott glauben.


Die Phasen der Trauerverarbeitung
Quelle: Jochen Stoiber, Evangelische Gemeinde in der Neckarstadt, Mannheim

Trauer ist ein langer und sehr persönlicher Prozess im Leben eines jedenMenschen. Sie beginnt  mit der Bestattung meist erst richtig. Im Folgenden werden die typischen Trauerphasen imeinzelnen kurz dargestellt, im Blick ist besonders der Fall, dass man seine/n Lebenspartner/in verloren hat.
Jeder Mensch hat seine eigene Art und Weise, wie er trauert, und seine eigene Zeit, die er dazu braucht. Die Trauerphasen können sich daher überlappen oder miteinander vermischen. In allen Trauerphasen kann der christliche Glaube Kraft und Trost schenken.

1. Die Phase des Schocks

Diese Phase kann sehr kurz sein oder bis zu Monaten dauern. Der Betroffene kann dieTodesnachricht noch nicht emotional nachvollziehen. Er steht unter Schock. Typisch sind Sätze wie: "Ich kann nicht glauben, daß er nicht mehr wiederkommt", oder man meint, den Verstorbenen irgendwo gesehen zu haben.
Die Bestattung findet in der Regel in der Schockphase statt.

2. Die Phase der Gefühle

Diese Phase dauert oft ein Jahr (,Trauerjahr?), manchmal hält sie aber auch zweiJahre oder länger an. Es wechseln sich Gefühle der Verzweiflung, Wut, Angst, Schuld, Hilflosigkeit und Einsamkeit ab. Vielfach hadert der Trauernde auch mit Gott über den Verlust des geliebten Menschen. Zu den Wechselbäder der Gefühlekommen körperliche Begleiterscheinungen wie ständige Unrast und Schlaflosigkeit hinzu.

3. Die Phase der Neuorientierung

Sie beginnt mit dem Moment, an dem man den Tod in all seiner Schmerzhaftigkeit annehmen kann. Der (oder die) Trauernde findet sich langsam mit dem Verlust desgeliebten Menschen ab. Er nimmt alte Aktivitäten wieder auf oder beginnt neue Aktivitäten. Es entwickelt sich ein neues Selbstwertgefühl.
Der Tod des geliebten Menschen wird als schmerzhafter Teil der eigenen Lebens- und Glaubensgeschichte angenommen.

4. Die Phase des neuen Gleichgewichts

Der (oder die) Trauernde hat ein neues inneres Gleichgewicht gefunden. Er hat sichein neues Leben ohne den Verstorbenen aufgebaut, vielleicht auch einen neuen Lebenspartner gefunden. Dankbar und ein wenig traurig denkt man an den Verstorbenen.
Unter Schmerz und Trauer hat man den Weg vom Grab ins Leben zurück gefunden.


Worte der Bibel für Traueranzeigen und Kondolenzkarten
Quelle: Jochen Stoiber, Evangelische Gemeinde in der Neckarstadt, Mannheim

Viele Hinterbliebene folgen dem Brauch, den Tod des geliebten Menschen durch persönlich adressierte Briefe oder Karten und auch öffentlich in der Zeitung anzuzeigen. Solchen Anzeigen ist oft ein Wort aus der Bibel vorangestellt, das Trost gibt oder den Schmerz ausdrückt. Im folgenden finden Sie eine kleine Auswahl an Bibelversen, die sich dafür eignen. Diese Verse eignen sich auch für Kondolenzkarten, sollten freilich mit Bedacht ausgewählt werden.
Diese Bibelworte können auch als Grundlage für die Trauerpredigt in der Trauerkapelle dienen.

1. Jesus Christus spricht: Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel zum Tod und zum Totenreich. (Offb 1,17.18)

2. Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn. (Römer 8,38.39)

3. Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. (Hebr 13,9)

4. Jesus Christus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt. (Joh 11,25)

5. Jesus Christus spricht: Ich lebe, und ihr sollt auch leben. (Joh 14,19)

6. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel? Gott aber sei Dank, der uns den Sieg geschenkt hat durch Jesus Christus, unserem Herrn. (1 Kor 15,55.57)

7. Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. (2 Kor 5,17)

8. Der Herr ist barmherzig und ein Erbarmer. (Jak 5,11)

9. Fürchtet euch nicht! Jesus ist nicht hier, er ist auferstanden. (Mt 28,5f.)

10. So spricht der HERR, der dich geschaffen hat: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! (Jes 43,1)

11. Ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und als der letzte wird er über dem Staub sich erheben. (Hi 19,25)

12. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. (Ps 23,1)

13. Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. (Ps 23,4)

14. Meine Zeit steht in deinen Händen. (Ps 31,16)

15. Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird's wohl machen. (Ps 37,5)

16. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Erbteil. (Ps 73,26)

17. Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. (Ps 90,12)

18. Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. (Ps 103,2)

19. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. (Ps 103,8)

20. Es ist gut, auf den Herrn zu vertrauen und nicht sich auf Menschen zu verlassen. (Ps 118,8)


 
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